Keine eigene Plattform mehr — Service-Modell mit Brain + MCPs

Kontext

Stand 2026-05-09. Vor dieser Entscheidung gab es drei nacheinander aufgesetzte Plattform-Iterationen:

  • julia_v2 (Q1 2026) — Python-Agents + Docker, lokal
  • agentic-os (Q1-Q2 2026) — Docker-Compose-Setup, eigener Agent-Stack
  • voit (Q2 2026) — Next.js + AI SDK + MCP-SDK + Drizzle + Postgres + Auth.js, Multi-Tenant-Plattform

Plus zwei darauf basierende Brand-Verticals:

  • HeyJulia — productized Vertical fuer Angebotsautomatisierung (Anfrage rein → Angebot raus), White-Label ueber Softwarehersteller geplant, Icking als Erstkunde mit 8.000€ Setup-Lizenz in Verhandlung
  • Voit als Brand — generisches Office-Agent-Pattern, Wohrle als Pilotkunde (€127/Mo)

Beobachtung 2026-05-09:

  • Voit-Repo: seit 2026-04-12 kein Commit. De facto stillstehend.
  • HeyJulia: keine weiteren Verkaeufe nach Icking-Verhandlung. White-Label-Partner-Deal nicht abgeschlossen.
  • Wohrle €127/Mo ist isolierter Anker, nicht skalierende Plattform-Revenue.
  • Marvin-Bandbreite voll mit Becker, Aylem-POC, Lissabon-Umzug, anderen Kunden.
  • Ehrliche Selbsteinschaetzung Marvin: drei Plattform-Iterationen in 12 Monaten, keine davon hat sich als nachhaltig erwiesen.

Parallel: das Becker-Projekt liefert genau das Modell das funktioniert — Marvin verbindet Kunden-Tools per API mit deterministischer Logik, baut maßgeschneiderten Workflow, liefert Setup + Service. Dort liegt das gesunde Geschaeft. Lehre: Marvin liefert Service-Engineering besser als Produktbau.

Mit MCP als Industriestandard reift jetzt der Werkzeugkasten der „Becker-Pattern aber mit AI-Brain” einfach umsetzbar macht — ohne dass Marvin selbst eine Plattform bauen muss.

Optionen

A — Voit weiterführen

Plattform-Code aktiv halten, weitere Investition in Multi-Tenant-Layer + UI, Sales-Push fuer mehr Voit-Kunden parallel zu Wohrle. Versuch HeyJulia-WL-Deal weiter abzuschliessen.

Pro: vorhandener Code-Stand, Wohrle als Reference, klare SaaS-Story Contra: weitere Investition in Code der schon zwei Iterationen ueberlebt hat, Maintenance-Overhead, Marvin baut Plattform statt Probleme zu loesen, kein Differenzierungs-Hebel gegen HubSpot/Salesforce/Treatwell

B — HeyJulia-Brand voll fokussieren

HeyJulia als einzige Vertical priorisieren, White-Label-Deal abschliessen, Icking-Lizenz durch.

Pro: klare Vertical-Story, Skalierungs-Hebel ueber White-Label-Partner Contra: noch nicht bewiesen dass WL-Partner liefert, HeyJulia ist nur ein Use-Case (Angebotsautomatisierung), schliesst Voice/Reception/andere Use-Cases aus, weiterhin Plattform-Code-Last

C — Plattform-Bau einstellen, Service-Modell mit Brain + MCPs

Voit, HeyJulia-Brand, alte Iterationen archivieren. Neues Liefermodell: pro Kunde maßgeschneiderter Stack aus MCPs + AI-Brain (Claude via Claude Code/Desktop/Custom Connector oder hosted). Marvin liefert Audit + Setup + Managed Service. Wie Becker — nur statt deterministischem Code wird der Brain-Layer mit MCPs konfiguriert.

Pro: keine Plattform-Maintenance-Last, Differenzierung als „Brain-Layer ueber bestehenden Tools” (kein neues Tool das ersetzt werden muss), modulare MCP-Wiederverwendung quer ueber Kunden, Marvin-Stunden direkt verrechenbar Contra: Skalierung durch Marvin-Stunden begrenzt (~30-40 Managed-Kunden ohne Team), kein klassisches SaaS-Multiple, Wohrle bleibt Legacy-Insel

Entscheidung

Option C — Plattform-Bau eingestellt.

Konkret:

  1. Voit-Repo + HeyJulia-Brand-Repos werden archiviert (nicht geloescht — Code bleibt versionierbar abrufbar)
  2. Alle Plattform-Vorgaenger-Iterationen (julia_v2, agentic-os) werden archiviert
  3. Liefermodell ab sofort: Audit / Setup / Managed Service mit MCPs + Brain — siehe fahrplan fuer Pricing
  4. Wohrle €127/Mo (Voit-Bestandskunde): bleibt unberuehrt. Bei naechstem Renewal-/Anpassungs-Anlass in das neue Modell ueberfuehren oder kontrolliert auslaufen lassen.
  5. Icking-HeyJulia-Lizenz (in Verhandlung): wenn Vertrag durchkommt, wird HeyJulia als interner Brand-Name fuer den Icking-Auftrag genutzt — nicht mehr aktiv vermarktet als eigenstaendiges Produkt
  6. Aylem-Voice-POC (telefon-assistent-aws) ist erstes Beispiel im neuen Modell und wird darauf migriert

Konsequenzen

Positiv

  • Differenzierung schaerft sich: nicht „noch ein Tool”, sondern der Brain-Layer ueber den Tools die der Kunde schon hat. Passt zur etablierten Positionierung „kein neues Tool, sondern die Schicht die bestehende Tools intelligent verbindet” (positioning)
  • Marvin’s Memory-Maxime „nicht alles selber bauen” wird strukturell durchgesetzt
  • Modulare Wiederverwendung: ein einmal gebauter MCP (papierkram, m365, gsuite, ticketpay, lexware, sevdesk, yapily, runway, replicate) dient ALLEN Kunden — siehe _index
  • Honorarstruktur faehrt direkt: Setup-Pauschale + Managed-Service-Sub statt SaaS-Multiplikator-Wartespiel
  • Kein Maintenance-Overhead fuer Plattform-Code mehr (Database-Migrations, Auth-Kram, Multi-Tenant-Bugs)
  • Konsistent mit AWS-Strategie aws-multi-account-strategie — pro Kunde ein AWS-Sub-Account, MCPs+Worker dort gehostet

Negativ

  • Skalierungsgrenze durch Marvin-Stunden — ~30-40 Managed-Kunden ist Plafond ohne Team-Aufbau
  • Wohrle als Legacy-Insel — laeuft, aber kein strategischer Asset mehr
  • Drei Iterationen Sunk Cost (julia_v2 + agentic-os + voit Code) wird abgeschrieben — Lessons-Learned aber bleiben in den eigenen MCPs und im Vault
  • Kein klassisches SaaS-Multiple beim Exit, falls Marvin spaeter Firma verkaufen wollte — aber das war auch nie das primaere Ziel

Operative Folgen heute

  • GitHub-Archivierung: voit, agentic-os, julia-v2, heyjulia-blog, heyjulia-website + alle eindeutigen Plattform-Toten (siehe Cleanup-Liste)
  • Lokal: ~/source/{voit,agentic-os,julia_v2,...} nach ~/source/_archive/
  • Vault-Updates: positioning und fahrplan auf neues Modell umstellen
  • Aylem-POC-Plan (_index) bekommt Phase 0.7: Migration auf MCP-basiertes Brain
  • 10k-MRR-Mathematik aus Service-Modell (fahrplan): ~30 Managed-Kunden × 250-300€/Mo + Setup-Revenue parallel

Memory-Konflikte

  • project_voit_product.md (Memory) — als Historie behalten, nicht mehr als Strategie. Marvin ergaenzt dort einen Kommentar „ueberholt durch ADR 2026-008”.
  • project_heyjulia_product.md (Memory) — gleiche Behandlung. HeyJulia bleibt zulaessig fuer Icking-Lizenz-Spezifikation, nicht mehr als Vertriebs-Brand.
  • positioning — Pitch und Marke neu auf Brain + MCPs ausgerichtet
  • fahrplan — Service-Modell-Roadmap zu 10k MRR
  • _index — die MCP-Library die der eigentliche Asset ist
  • telefon-assistent-aws — Aylem als erster Test-Case im neuen Modell
  • agent-native-architektur — Folder-as-Architecture Entscheidung passt zu Brain+MCPs
  • zugriffsmodell — Multi-Tenant-Trennung gilt weiterhin
  • Becker-Projekt (deterministisches Pendant des neuen Modells, ohne MCP-Brain): becker