EU AI Act — Pflichten-Referenz fuer Kundenprojekte
Wann triggert der AI Act? Welche Pflichten treffen uns als Anbieter, welche den Kunden als Deployer? Wie klassifizieren wir einen Use Case sauber? Diese Datei ist die generelle Referenz — fuer kunde-spezifische Anwendung jeweils einen Run anlegen.
Ergaenzt anthropic-datenschutz.md (DSGVO-Schicht) und llm-hosting-eu-optionen.md (Hosting-Wahl). Der AI Act ist die zusaetzliche Compliance-Schicht oberhalb der DSGVO — beide gelten parallel.
Vier Risikostufen — Ueberblick
| Stufe | Kriterium | Pflichten | Beispiele |
|---|---|---|---|
| Verboten | Art. 5 — Social Scoring, Emotionserkennung am Arbeitsplatz, ungezielte Gesichtserkennung, Manipulation Schutzbeduerftiger | Komplettverbot. Bussgeld bis 35 Mio EUR / 7% Welt-Jahresumsatz. | Trifft uns nicht — wir bauen B2B-Productivity, nicht Massueberwachung. |
| Hochrisiko | Art. 6 + Annex III (acht Bereiche) oder eingebettet in regulierte Produkte | Konformitaetsbewertung, CE-Kennzeichnung, EU-Datenbank, Risk-Management-System, Logging Pflicht, FRIA fuer bestimmte Deployer | HR-Recruiting-Tools, Bonitaetsbewertung Privatpersonen, KRITIS-Steuerung |
| Begrenztes Risiko | Art. 50 — direkte Interaktion mit natuerlichen Personen, Generierung synthetischer Inhalte | Transparenzpflichten (Hinweis “Sie sprechen mit KI”), Markierung KI-erzeugter Inhalte | Customer-Chatbots, Marketing-Texte, Antwort-Emails an Kunden |
| Minimales Risiko | Alles andere | Keine spezifischen Pflichten (DSGVO + Wettbewerbsrecht greifen weiter) | Spam-Filter, Empfehlungssysteme intern, Datenextraktion B2B |
Daumenregel fuer unsere Mittelstands-Kunden: Die meisten Use Cases (Vertriebsautomatisierung B2B, interne Buchhaltung, Email-Triage, Bestandsaufnahme) liegen in minimal oder begrenzt. Hochrisiko ist die Ausnahme — Decision-Tree unten.
Decision-Tree: Ist mein Use Case Hochrisiko?
flowchart TD Start([Use Case definieren]) --> Q1{In Annex I?<br/>Sicherheitskomponente<br/>regulierter Produkte<br/>Maschinen/Medizin/Aufzug} Q1 -->|Ja| HR1[Hochrisiko<br/>nach Art. 6 Abs. 1] Q1 -->|Nein| Q2{In Annex III?<br/>Acht Bereiche:<br/>1. Biometrik<br/>2. KRITIS<br/>3. Bildung<br/>4. HR/Beschaeftigung<br/>5. Essenzielle Dienste<br/>6. Strafverfolgung<br/>7. Migration<br/>8. Justiz} Q2 -->|Nein| MN[Begrenzt oder minimal<br/>siehe Art. 50] Q2 -->|Ja| Q3{Profiling<br/>natuerlicher Personen?<br/>Bewertet Personen<br/>basierend auf<br/>persoenlichen Aspekten} Q3 -->|Ja| HR2[Hochrisiko<br/>Profiling triggert immer<br/>Art. 6 Abs. 3 letzter Satz] Q3 -->|Nein| Q4{Eine der vier<br/>Ausnahmen<br/>aus Art. 6 Abs. 3?} Q4 -->|"a narrow procedural task"| LO[Kein Hochrisiko<br/>Dokumentation Pflicht] Q4 -->|"b improve human result"| LO Q4 -->|"c pattern detection"| LO Q4 -->|"d preparatory task"| LO Q4 -->|Nein| HR3[Hochrisiko nach<br/>Art. 6 Abs. 2]
Erlaeuterungen zu den drei Knotenpunkten:
Knoten 1 — Annex I (eingebettete KI in regulierten Produkten)
Trifft uns sehr selten. Annex I listet EU-Harmonisierungsrechtsakte (Maschinenrichtlinie, Medizinprodukte, Aufzuege, Spielzeug, Funkanlagen, etc.). Wenn der KI-Agent eine Sicherheitskomponente eines solchen Produkts ist (z.B. Maschinensteuerung), greift Hochrisiko nach Art. 6 Abs. 1. Im Mittelstands-Beratungsgeschaeft (Vertriebs-/Buchhaltungs-/Email-Agenten) praktisch nie einschlaegig.
Knoten 2 — Annex III (die acht Bereiche)
Die acht Bereiche im Volltext (vereinfacht):
| # | Bereich | Was genau |
|---|---|---|
| 1 | Biometrik | Fern-Biometrie-Identifikation, Kategorisierung anhand sensibler Merkmale, Emotionserkennung |
| 2 | KRITIS | KI als Sicherheitskomponente in Verkehr, Wasser, Gas, Strom, Heizung, Kommunikationsnetzen |
| 3 | Bildung | Zulassung, Lerngruppen-Zuweisung, Bewertung von Lernergebnissen, Pruefungs-Monitoring |
| 4 | Beschaeftigung | Recruiting-Filter, Bewertung im Vorstellungsgespraech, Befoerderung, Kuendigung, Aufgabenzuweisung mit Personen-Bewertung |
| 5a | Oeffentliche Leistungen | Berechtigungspruefung fuer Sozialleistungen, Gesundheitsversorgung |
| 5b | Kreditwuerdigkeit natuerlicher Personen | Bonitaetsbewertung Privatpersonen (Ausnahme: Betrugserkennung) |
| 5c | Lebens-/Krankenversicherung | Risikobewertung + Preisbildung |
| 5d | Notrufdienste | Priorisierung, Triage |
| 6 | Strafverfolgung | Personen-Risiko-Profile, Beweismittel-Auswertung, Predictive Policing |
| 7 | Migration | Polygraph-Aequivalent, Asyl-Pruefung, Visumantraege |
| 8 | Justiz / demokratische Prozesse | Richterliche Entscheidungsunterstuetzung, Wahleinflussnahme |
Wichtige Beobachtung fuer B2B: Punkt 5b und 5c betreffen ausdruecklich natuerliche Personen. B2B-Bonitaetspruefung von juristischen Personen ist nicht erfasst.
Knoten 3 — Profiling-Falle
Profiling ist nach Art. 3 Nr. 52 AI Act definiert wie in Art. 4 Nr. 4 DSGVO: automatisierte Verarbeitung personenbezogener Daten zur Bewertung persoenlicher Aspekte natuerlicher Personen (Verhalten, Praeferenzen, Leistung, wirtschaftliche Lage, etc.).
Wenn ein an sich nicht-Hochrisiko-Use-Case Profiling natuerlicher Personen einschliesst, kippt er automatisch in Hochrisiko (Art. 6 Abs. 3 letzter Satz) — die vier Ausnahmen helfen dann nicht.
Praktisch:
- Geschaeftskunden-Anfrage extrahieren = kein Profiling (juristische Person).
- Mitarbeiter-Performance bewerten = Profiling = Hochrisiko.
- Email-Triage anhand Absender-Person = potentiell Profiling, vorsichtig.
Knoten 4 — Vier Ausnahmen Art. 6 Abs. 3
Selbst wenn Annex III einschlaegig ist, kann der Use Case ueber Art. 6 Abs. 3 lit. a–d aus dem Hochrisiko-Status fallen, wenn keine signifikante Gefaehrdung von Gesundheit, Sicherheit, Grundrechten droht und eine der vier Bedingungen erfuellt ist:
| lit. | Bedingung | Beispiel |
|---|---|---|
| a | ”narrow procedural task” — schmale prozedurale Aufgabe | Dokumente nach Dateityp sortieren |
| b | ”improve the result of a previously completed human activity” — menschliche Vorarbeit verbessern | Stil/Ton eines Texts anpassen |
| c | ”detect decision-making patterns ohne menschliches Urteil zu ersetzen” | Lehrer auf abweichende Noten hinweisen |
| d | ”preparatory task to an assessment” — vorbereitende Taetigkeit | Smart-File-Management, Uebersetzung, Angebot vorbereiten zur menschlichen Pruefung |
Wichtig: Anbieter muss die Klassifizierung dokumentieren (welche Ausnahme, warum).
Anbieter (Provider) vs. Nutzer (Deployer)
Wir sind in fast allen Kundenprojekten Provider (wir bauen + integrieren das System). Der Kunde ist Deployer (er setzt es produktiv ein). Beide haben unterschiedliche Pflichten.
Pflichten-Matrix
| Pflicht | Provider (wir) | Deployer (Kunde) | Gilt ab |
|---|---|---|---|
| Art. 4 KI-Kompetenz | Eigene Mitarbeiter qualifizieren | Eigene Mitarbeiter qualifizieren — wir liefern Schulung | 2. Feb 2025 anwendbar, Enforcement 2. Aug 2026 |
| Art. 50 Abs. 1 Transparenz (“Sie sprechen mit KI”) | System so bauen, dass Hinweis moeglich ist | Hinweis in der Praxis aktiv halten | 2. Aug 2026 |
| Art. 50 Abs. 2 KI-Output-Markierung | Bei eigener GPAI-Entwicklung. Wir nutzen Drittanbieter — trifft uns indirekt | n/a | 2. Aug 2026 |
| Art. 50 Abs. 4 Transparenz oeffentlicher Inhalt | n/a | Pflicht wenn KI-Text fuer “oeffentliches Interesse” — bei B2B-Privatkommunikation nicht einschlaegig | 2. Aug 2026 |
| Hochrisiko-Pflichten | Konformitaetsbewertung, technische Dokumentation, Quality-Management-System, Logging, Registrierung | Anweisungs-Konformitaet, Eingabedaten-Pruefung, Logging, FRIA, menschliche Aufsicht | 2. Dez 2027 (geplant, nach Digital Omnibus) |
| GPAI-Anbieter-Pflichten | n/a (wir sind nicht GPAI-Anbieter) — Mistral/Anthropic/etc. erfuellen | n/a | 2. Aug 2025 anwendbar |
| DSGVO-Schicht (parallel) | AVV mit Kunde + Sub-Processors | AVV mit uns, VVT, ggf. DSFA | seit 2018 |
Was wir typischerweise im Angebot mitliefern (Provider-Seite)
- Risikoklassifizierung dokumentiert — schriftliche Begruendung, warum kein Hochrisiko (oder wenn doch: welche Pflichten erfuellt sind)
- Schulungs-Modul KI-Kompetenz — 5 Bausteine (Grundverstaendnis, Use-Case-Spezifik, Prompt-Hygiene, Compliance-Awareness, Quartals-Refresher) plus Vorlagen (Policy, Trainings-Log, Update-Log)
- Transparenz-Mechanismen — Footer in Mails, Fussnoten in PDFs, ggf. UI-Banner
- Audit-Logging — Eingabe/Ausgabe/Modell-Version mit Zeitstempel, 6 Monate Default-Retention
- Mensch-im-Loop-UI — kein automatisches Versenden ohne Freigabe, Eskalations-Pfad
- Vorlagen-Set fuer Kunde — AVV, AI-Literacy-Policy, VVT-Eintrag, Datenschutzerklaerungs-Textbaustein
- Compliance-Refresher quartalsweise — proaktive Information bei rechtlichen Aenderungen
Was der Kunde als Deployer selbst leisten muss
- AVV unterzeichnen, AI-Literacy-Policy verteilen, Mitarbeiter zur Schulung freistellen
- VVT-Eintrag (DSGVO) ergaenzen, Datenschutzerklaerung erweitern
- Verantwortlichen fuer den KI-Einsatz benennen (oft der DSB oder GF)
- Sub-Processor-Liste ggf. an Endkunden weitergeben (sofern vertraglich)
- Eskalations-Verantwortung definieren (wer entscheidet bei Fehler/Streit)
KI-Kompetenz nach Art. 4 — Schulungs-Modul
Wichtigste Pflicht fuer Mittelstands-Deployer. Anwendbar seit 2. Februar 2025, Enforcement (Bussgelder) ab 2. August 2026.
Was Art. 4 verlangt
- “Ausreichendes Mass an KI-Kompetenz” der Mitarbeiter und Personen die in deren Auftrag mit KI arbeiten
- Angemessen zu Vorbildung, Erfahrung, Kontext
- Kein Zertifikat Pflicht, keine spezifische Governance-Struktur, keine Wissens-Messung
Was Best Practice ist
- Schriftliche AI-Literacy-Policy mit benannter Verantwortung (1–2 Seiten reichen)
- Bedarfsanalyse: welche Rolle braucht welches Wissen?
- Trainings-Aufzeichnungen: wer wurde wann zu was geschult
- Update-Log: wie entwickelt sich das Programm
Wer geschult werden muss (Kommissions-FAQ)
- Mitarbeiter die KI-Tools im Alltag nutzen
- Manager die auf Basis von KI-Outputs entscheiden
- Procurement / Compliance / Legal die KI-Tools auswaehlen
- C-Suite mit strategischer KI-Verantwortung
- Externe Dienstleister die im Auftrag KI betreiben
Unsere Standard-Module
| Modul | Inhalt | Zielgruppe | Aufwand |
|---|---|---|---|
| 1 | KI-Grundverstaendnis (LLM, Halluzination, Bias, Datenfluss) | Alle Anwender | 60–90 min |
| 2 | Use-Case-Spezifik (was kann der Agent, was nicht, wo nicht autonom entscheiden) | Anwender + Linie | 60 min |
| 3 | Prompt-Hygiene + Eskalation (was nicht eingeben, wann auf Mensch-im-Loop) | Anwender | 45 min |
| 4 | Compliance-Awareness (DSGVO + AI-Act kompakt, Logging-Verstaendnis) | Linie + GF | 30 min |
| 5 | Quartals-Refresher (System-Updates, Recht-Updates) | Alle | 30 min/Quartal |
Plus Vorlagen: AI-Literacy-Policy (1–2 Seiten), Trainings-Log (Excel), Update-Log.
Zeitachse — was gilt wann
| Datum | Was wird anwendbar | Praxis-Implikation |
|---|---|---|
| 2. Feb 2025 | Verbote (Art. 5) + KI-Kompetenz (Art. 4) | Beides aktuell. Schulungs-Modul muss aktiv sein. |
| 2. Aug 2025 | GPAI-Anbieter-Pflichten + Governance-Struktur (AI Office, Codes of Practice) | Trifft Modell-Provider. Wir muessen GPAI-Provider in Doku ausweisen. |
| 2. Aug 2026 | Transparenzpflichten (Art. 50) + Enforcement-Start fuer Art. 4 + Sanktionen | Footer/Hinweise muessen live sein. |
| 2. Dez 2027 (geplant) | Hochrisiko-Pflichten fuer stand-alone-Systeme — verschoben durch Digital Omnibus von urspruenglich 2. Aug 2026 | Fuer Mittelstands-Use-Cases meist irrelevant. |
| 2. Aug 2028 (geplant) | Hochrisiko-Pflichten fuer eingebettete Systeme in regulierten Produkten | n/a fuer uns. |
Digital Omnibus on AI — Kontext
Am 19. November 2025 hat die Kommission ein Digital-Omnibus-Paket vorgeschlagen, das Hochrisiko-Pflichten verschiebt. Begruendung: harmonisierte Standards (CEN/CENELEC) sind verspaetet, Konformitaetsbewertungsstellen teilweise nicht benannt.
Stand April 2026:
- 5. Februar 2026: Berichterstatter im EU-Parlament Entwurfsbericht
-
- Maerz 2026: IMCO + LIBE haben gemeinsamen Bericht angenommen
- Trilog laeuft
Fuer unsere Praxis: erwaehnen, aber nicht zentral — die Klassifizierungs-Logik aendert sich nicht, nur die zeitliche Anwendung der Hochrisiko-Pflichten. Bei Mittelstandskunden ohne Hochrisiko-Use-Case egal.
Bussgelder (Art. 99)
| Verstoss | Maximal-Bussgeld |
|---|---|
| Verbotene Praktiken (Art. 5) | 35 Mio EUR oder 7% Welt-Jahresumsatz |
| Hochrisiko / Transparenz / KI-Kompetenz | 15 Mio EUR oder 3% |
| Falsche/unvollstaendige Auskunft an Behoerden | 7,5 Mio EUR oder 1% |
Fuer Mittelstandskunden ist auch der mittlere Topf nicht trivial. Aber: ohne Hochrisiko-Klassifizierung ist die Angriffsflaeche minimal — Art. 4 + Art. 50 sind durch Schulung + Footer-Hinweise trivial erfuellt.
Pflicht-Checkliste fuer neue Kundenprojekte
Bei jedem neuen Use Case durchgehen:
- Risikoklassifizierung dokumentieren (Annex I? Annex III? Profiling? Ausnahme nach Art. 6 Abs. 3?)
- Provider/Deployer-Rolle klaeren (wir = Provider, Kunde = Deployer in 95% der Faelle)
- GPAI-Modell-Auswahl dokumentieren (Mistral als Default, Mistral/Anthropic sind GPAI-Code-Signatare)
- Schulungs-Modul im Sprint-Plan einplanen
- Transparenz-Mechanismen technisch einbauen (Footer, Fussnoten)
- Audit-Logging mit 6-Monate-Retention bauen
- Vorlagen-Set an Kunde liefern (AVV, AI-Literacy-Policy, VVT-Eintrag, Datenschutzerklaerung)
- Eskalations-Verantwortlichen beim Kunden benennen lassen
- DSGVO-Schicht parallel pruefen (siehe
anthropic-datenschutz.md) - Quartals-Refresher-Termin im Vertrag festhalten
Lessons Learned + Stolperer
2026-04-27 — Becker
Erste systematische AI-Act-Einordnung fuer ein Kundenprojekt. Schluesselerkenntnisse:
- B2B-Vertrieb an juristische Personen ist strukturell nicht Hochrisiko, weil Profiling sich auf natuerliche Personen bezieht.
- Selbst hilfsweise greift Art. 6 Abs. 3 lit. d) — vorbereitende Taetigkeit + Mensch-im-Loop.
- Digital Omnibus hat die Hochrisiko-Pflichten von 2026 auf 2027 verschoben — fuer Becker irrelevant, aber fuer Branche allgemein wichtig.
- KI-Kompetenz-Schulung ist die zentralste Pflicht — bauen wir ohnehin als Modul ein.
Profiling-Falle vermeiden
Ist es ein Pattern fuer mehrere Kunden: jede neue Use-Case-Erweiterung pruefen ob sie Profiling natuerlicher Personen einschliesst. Klassische Triggerphrasen aus Kundengespraechen die alarmieren sollten:
- “Wir wollen wissen welcher Vertriebler welche Anfrage am besten beantwortet”
- “Wir wollen Kunden segmentieren nach Verhalten”
- “Wir wollen interne Mitarbeiter-Performance trackenen”
- “Wir wollen einzelne Endkunden-Ansprechpartner bewerten” Diese Use Cases triggern Profiling und kippen automatisch in Hochrisiko — selbst wenn der Hauptzweck B2B ist.
Annex III ist eng
Mittelstands-Use-Cases (Vertrieb, Buchhaltung, Email-Triage, Bestandsmanagement, Kundenanfrage-Bearbeitung) sind fast nie Annex III. Hochrisiko-Falle praktisch immer ueber HR-Bewertung oder Bonitaetspruefung Privatpersonen — beides selten in unseren Projekten.
Quellen
Volltext + offizielle EU-Kommissions-Quellen
- EU AI Act Verordnung 2024/1689 (eur-lex DE)
- AI Act Service Desk — European Commission
- Navigating the AI Act — EC FAQ
- AI Literacy Q&A — EC
- GPAI Code of Practice
Artikel-Volltexte
- Art. 4 AI Literacy
- Art. 6 High-Risk Classification Rules
- Art. 50 Transparency Obligations
- Annex III High-Risk Systems
- Implementation Timeline
Digital Omnibus / Aktueller Trilog-Stand
- Digital Omnibus on AI — Legislative Train
- Morrison Foerster Analysis Dezember 2025
- Jones Day — How EU Rules Will Shift
KMU-Sicht + Deutschland
- Sage DE — EU AI Act 2026 fuer Mittelstand
- IHK Schleswig-Holstein — AI-Act + KI-Schulungspflicht
- KI-Service-Desk Bundesnetzagentur — KMU-Beratungsangebot
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